Ratgeber · Stand Oktober 2026

IT-Kosten senken: 9 Stellschrauben für kleine Unternehmen

In vielen Büros laufen Lizenzen, Verträge und Geräte weiter, die keiner mehr nutzt. Diese neun Punkte lohnt es sich zuerst zu prüfen.

Wer die IT-Kosten senken möchte, zahlt am besten nur für das, was tatsächlich genutzt wird, und vermeidet Ausfälle, bevor sie teuer werden. Die größten Hebel liegen in kleinen Unternehmen meist bei Softwarelizenzen, laufenden Verträgen für Internet, Telefon und Drucker sowie bei einer geplanten Erneuerung der Hardware. An Datensicherung, Updates und Sicherheit sollten Sie dagegen nicht sparen.

Erst der Überblick, dann die Einsparung

Bevor Sie kündigen oder umstellen, brauchen Sie eine vollständige Liste der laufenden IT-Kosten. In kleinen Unternehmen sind diese Kosten oft verstreut: Ein Abo läuft über die Firmenkreditkarte eines Mitarbeiters, der Drucker-Leasingvertrag liegt in der Buchhaltung, die Domain beim früheren Webdesigner.

Gehen Sie die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen der letzten zwölf Monate durch und notieren Sie jede wiederkehrende Zahlung mit Anbieter, Betrag, Laufzeit und Kündigungsfrist. Ergänzen Sie eine Liste aller Geräte mit Kaufjahr. Aus diesen beiden Listen ergeben sich die neun Stellschrauben fast von selbst.

Die 9 Stellschrauben im Überblick

Gruppiert nach Software, Verträgen und Betrieb.

Software

  • 1. Ungenutzte Lizenzen kündigen
  • 2. Passenden Lizenztyp wählen
  • 3. Doppelte Programme abschaffen

Verträge

  • 4. Internet- und Mobilfunktarife prüfen
  • 5. Telefonanlage neu bewerten
  • 6. Druckerverträge und Druckerzahl prüfen

Betrieb

  • 7. Hardware geplant erneuern
  • 8. Wartung statt Notfalleinsatz
  • 9. Server lokal oder Cloud ehrlich rechnen

Software und Lizenzen

1. Ungenutzte Lizenzen kündigen. Ausgeschiedene Mitarbeitende behalten häufig ihre Microsoft-365-Lizenz, weil niemand das Konto aufgeräumt hat. Ein Abgleich der Lizenzliste mit der aktuellen Mitarbeiterliste dauert wenige Minuten. Wichtig: Postfach und Dateien vorher sichern oder in ein freigegebenes Postfach überführen.

2. Passenden Lizenztyp wählen. Nicht jeder Arbeitsplatz braucht dieselbe Lizenz. Microsoft 365 Business Basic enthält Outlook, Teams und Office nur im Browser und auf Mobilgeräten. Business Standard bringt die installierten Office-Programme mit, Business Premium zusätzlich Geräteverwaltung und erweiterte Sicherheit. Prüfen Sie auch die Laufzeit: Monatlich kündbare Lizenzen kosten bei Microsoft rund 20 Prozent mehr als Lizenzen mit Jahresbindung. Mehr zur Lizenzwahl steht auf unserer Seite zu Microsoft 365.

3. Doppelte Programme abschaffen. Teams und Zoom, OneDrive und Dropbox, zwei Passwortmanager: Oft hat jede Abteilung eigene Werkzeuge eingeführt. Einigen Sie sich auf eines und kündigen Sie das andere. Das spart Lizenzkosten und Supportaufwand.

Verträge für Internet, Telefon und Drucker

4. Internet- und Mobilfunktarife prüfen. Ältere Verträge verlängern sich oft stillschweigend zu alten Preisen. Vergleichen Sie Bandbreite und Preis mit aktuellen Geschäftskundentarifen, bei Mobilfunk auch die tatsächlich genutzten Datenvolumen.

5. Telefonanlage neu bewerten. Eine alte Anlage mit eigenem Wartungsvertrag kostet laufend Geld, auch wenn sie funktioniert. Eine moderne IP-Telefonanlage oder eine Cloud-Lösung kann günstiger sein, besonders wenn Mitarbeitende im Homeoffice arbeiten. Was dabei zu beachten ist, beschreiben wir unter Telefonanlagen.

6. Druckerverträge und Druckerzahl prüfen. Viele kleine Arbeitsplatzdrucker verursachen mehr Kosten für Toner und Wartung als ein gemeinsames Gerät pro Etage. Bei Leasingverträgen lohnt ein Blick auf Seitenpreise, Mindestvolumen und Laufzeitende.

Hardware und laufender Betrieb

7. Hardware geplant erneuern. Wer Geräte erst bei einem Defekt ersetzt, kauft unter Zeitdruck und zahlt für den Ausfall mit. Planen Sie stattdessen einen festen Erneuerungszyklus, zum Beispiel jedes Jahr ein Viertel der Notebooks. Einheitliche Modelle verkürzen die Einrichtung und die Fehlersuche.

8. Wartung statt Notfalleinsatz. Ein Notfalleinsatz kostet mehr als eine geplante Wartung, weil er dringend ist, oft Zuschläge auslöst und die Arbeit im Büro stillsteht. Regelmäßige Updates und Backup-Kontrollen verhindern einen großen Teil dieser Einsätze. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir bei der EDV-Wartung.

9. Server lokal oder Cloud ehrlich rechnen. Ein alter Server verbraucht Strom, braucht Wartung und muss irgendwann ersetzt werden. Die Cloud kostet dafür monatlich, solange Sie sie nutzen. Welche Variante günstiger ist, hängt von Ihrer Software und Ihrer Datenmenge ab. Wir rechnen beide Wege in der IT-Beratung durch.

Wo Sie besser nicht sparen

Einige Kosten fallen erst auf, wenn sie fehlen. Ein Ausfall oder ein Angriff kostet dann ein Vielfaches dessen, was die Vorsorge gekostet hätte.

  • Datensicherung mit Kopie außer Haus und regelmäßigem Wiederherstellungstest
  • Sicherheitsupdates für Betriebssysteme, Programme und Firewall
  • Mehrstufige Anmeldung (MFA) für E-Mail und Fernzugänge
  • Ersatz von Software ohne Herstellerunterstützung, etwa Windows 10, dessen regulärer Support im Oktober 2025 endete

Gemeinsam prüfen

Die neun Punkte für Ihr Unternehmen durchgehen

In einer IT-Beratung schauen wir gemeinsam auf Lizenzen, Verträge und Geräte und zeigen, wo sich etwas einsparen lässt.

Häufige Fragen zu IT-Kosten

Wie viel kann ein kleines Unternehmen bei der IT sparen?

Das lässt sich ohne Bestandsaufnahme nicht seriös beziffern. Am schnellsten wirken meist ungenutzte Lizenzen und alte Verträge, die sich stillschweigend verlängert haben. Einen Überblick verschaffen Sie sich mit einer Liste aller wiederkehrenden Zahlungen der letzten zwölf Monate.

Spart der Umzug in die Cloud IT-Kosten?

Nicht automatisch. Die Cloud spart Anschaffung und Wartung eines eigenen Servers, kostet dafür aber dauerhaft monatliche Gebühren. Ob sich das rechnet, hängt von der eingesetzten Software, der Datenmenge und dem Alter Ihres Servers ab.

Ist ein Wartungsvertrag teurer als Abrechnung nach Aufwand?

Auf den ersten Blick oft ja, weil Sie auch in ruhigen Monaten zahlen. Dafür werden Updates und Backups regelmäßig erledigt, und teure Notfalleinsätze werden seltener. Über ein Jahr gerechnet ist ein Wartungsvertrag deshalb häufig planbarer.

Wann sollte man alte Computer ersetzen?

Spätestens, wenn der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr liefert oder Reparaturen sich häufen. Viele Unternehmen planen für Notebooks und PCs eine Nutzungsdauer von etwa vier bis fünf Jahren. Ein fester Erneuerungszyklus verteilt die Kosten gleichmäßig.

Welche Microsoft-365-Lizenz ist für Büroarbeit am günstigsten?

Business Basic ist die günstigste Lizenz mit E-Mail, Teams und Office im Browser. Wer Word und Excel installiert auf dem Rechner braucht, benötigt mindestens Business Standard. Für Unternehmen, die Geräte zentral verwalten und besser absichern wollen, ist Business Premium sinnvoll.

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